Die 3 Wanderinnen – Trekkingurlaub auf dem Moselsteig

3 Wanderinnen stehen vor ihrenTarpzelten mit Sonnenuntergang im Hintergrund
Urlaub mal anders. Ganz draußen. Die schönsten Naturmomente können wir meist wahrnehmen, wenn wir ganz draußen bleiben. EIn kleiner Erlebnisbericht über 6 Tage , 5 Nächte, 3 Frauen und viele ganz besondere Momente auf dem Moselsteig.

6 Tage und 5 Nächte draussenzeit

Nach der Trekkingtour zu Ostern hatten noch mehr Berlinerinnen das Bedürfnis, mal wieder etwas anderes zu sehen und zu erleben . Nina & Henriette wollten auch mal das mediterrane Ambiente des Moselsteigs kennen lernen und hatten sich zusammen Urlaub genommen. Eine Woche hatten sich beide frei genommen und waren gewillt, eine Mehrtages-Trekkingtour zu erleben. 6 Tage & 5 Nächte draußen bleiben, zum ersten Mal.

Vom Parkplatz in kleinen Weinort Kobern- Gondorf gings los. Nachdem ich den Mädels noch das notwendige Equipment zum draußen bleiben gegeben hatte, liefen wir frohen Mutes los Richtung Moselsteig.

Die erste besondere Begegnung hatten wir bereits nach wenigen Kilometern und der ersten Aussicht. 2 Frauen kamen uns mit  5 Hunden entgegen. Oder umgekehrt? Dass die Hunde nicht angeleint waren, machte uns wenig Sorgen. Nach einer sehr freundlichen Begrüßung der 5 Fellnasen kamen wir ins Gespräch, auch aufgrund unserer Rucksack-Silhouette. Die beiden waren begeistert von unserem Vorhaben. Und wie sich heraus stellte, handelte es sich bei den 5 nun im Feld grasenden Vierbeinern um professionelle Therapiehunde. Eine der Frauen bot uns sogar an, uns am nächsten Tag nochmal mit frischem Kaffee an den Weg zu kommen. Wir hatten den ersten „Trail-Angel“ getroffen.😇

zwei Frauen genießen die Abendsonne in der Schutzhütte am Moselsteig
Abendsonne genießen in der Schutzhütte. Simple things 💚
Wanderin an einer Aussichtsplattform beim Müll sammeln
Plogging nebenbei, so lange manche Wanderer ihren Müll nicht mithnehmen.

Von der Sonne wachgekitzelt 🌞 & schlafen mit Mond- und Sterneblick 🌕

Am schönsten Aussichtspunkt des Tages mit Blick auf die Burg Thurandt hatten wohl weniger mitdenkende Wanderer zuvor die „hervorragende“ Idee gehabt, ihren Plastik verpackten Fertigsalat aus dem Supermarkt dort zu verspeisen und die Verpackung einfach dort zu hinterlassen. Was geht in diesen Menschen vor? Welche Denkweise bewegt Menschen dazu, an Ort und Stelle alles fallen zu lassen, was fertig konsumiert wurde?

Ich habe es mir auf meinen Touren zur Angewohnheit gemacht, mehr als genug Müllbeutel mitzunehmen, für genau solche Hinterlassenschaften weniger bewusster Wanderer. Für mich ist das ein Weg , den Naturlandschaften, durch die wir uns bei meinen Touren bewegen, etwas zurück zu geben. Großartig wäre es, wenn es bald weniger wegzuräumen gibt. Weil mehr Menschen bewusst mitdenken und danach handeln. Glücklicherweise fuhren ein paar örtliche Forstmitarbeiter am Aussichtsplatz vorbei und nahmen uns die Restmülltüte bereitwillig ab.

Nach diesem recht ereignisreichen ersten Trekkingtag kamen wir gegen Abend an einer wunderschön gelegenen Schutzhütte vorbei. Wir konnten von dort hervorragend einen wunderschönen Sonnenuntergang , eingetaucht in einer Blumenwiese, beobachten. Zu dritt passten wir mit unseren Schlafsäcken prima in die Hütte und konnten im Schein des Mondes unsere erste Nacht auf dem Moselsteig verbringen.

Unser Ruf eilt voraus

Am nächsten Morgen waren wir nach einem belebenden , heißen Koawach – Kakao und einer kurzen  Yogarunde wieder auf dem Moselsteig unterwegs. Die Sonne strahlte verheißungsvoll vom blauen Himmel. Im steilen Abstieg auf den nächsten kleinen Ort hofften wir auf einen Bäcker und frischen Kaffee. Wir sollten nicht enttäuscht werden. Es gab zwar im Ortskern keinen Bäcker, aber dafür einen niedlichen Dorfladen. Den kauften wir erst einmal fast leer. Wie sehr man doch solche kleinen „Tante Emma- Läden schätzt beim Unterwegssein. Die Verkäuferin wunderte sich etwas über unseren Appetit. Als wir ihr dann von unserer Tour erzählten, rief die Verkäuferin ganz begeistert:“ Ach Sie sind die 3 Wanderinnen!“

Offensichtlich hatte es sich in der Gegend schnell herum gesprochen, dass 3 Frauen mit Rucksäcken auf Mehrtagestour in der Gegend unterwegs sind .

Am späten Nachmittag trafen wir dann unseren Trail-Angel Franziska. Sie fing uns in Hatzenport mit einer großen Thermoskanne frisch gebrühten Kaffee und Keksen  aus ihrem Kofferraum ab. Für uns ging es dann weiter, wieder bergauf, zum Moselsteig. Wir mussten noch einen geeigneten Schlafplatz finden. Vorher suchte ich allerdings noch einen örtlichen Winzer auf.  An der Mosel gibt es tatsächlich die besten Weine. Aufgrund der Steillage der Weinreben schmecken die Sorten , allen voran der Riesling, hier besonders fruchtig.

Die Auswahl war recht groß.  Weil wir ökologischen Anbau bevorzugen, fiel meine Wahl auf Die Traubenhüter. Diese Wahl sollte sich später am Abend auszahlen. Als wir nach einem steilen Aufstieg unseren aussichtsreichen Schlafplatz erreichten. Einen so edlen Wein mit dieser ebenso edlen Aussicht zu genießen, das war schon ein sehr besonderer Moment. Dazu trällerte die Nachtigall ihre Lieder. Es sind eben diese ganz einfachen Dinge, die so bereichernd sind.

Der lange Weg auf den Martberg

Den nächsten Morgen begannen wir mit einem entspannten Frühstück mit Aussicht und danach einer kleinen Runde Yoga-Flow, um alles wieder geschmeidig in Richtung zu bringen. Bei schönstem Sonnenschein liefen wir entlang des Moselsteigs zum malerischen Eltztal. Ähnlich wie der Tante-Emma-Kaffee am Vortag schmeckte der Kaffee eines wunderschön gelegenen Cafés in dem grünen Tal besonders lecker. Nach Kaffee & hausgebackenen Kuchen in der Mittagssonne wanderten wir frisch gestärkt zur berühmten Burg Eltz. Diese liegt malerisch eingebettet zwischen bewaldeten Hügels direkt am Moselsteig. Obwohl die Burg selber wegen der Pandemie noch geschlossen war, trafen wir dort auf viele Tagestouristen. Für uns drei Trekking-Ladies war das Aufeinandertreffen mit so vielen Menschen schon nach 2 Tagen Draußensein ein wenig befremdlich. 

Zum späten Nachmittag hin trafen wir nach einem wunderschönen Weg durch die Moselweinberge in dem Doppelstädtchen Treis -Karden ein. Dort gab es sogar einen Supermarkt, zumindest auf der anderen Moselseite. Weil wir alle Lust auf frisches Obst und Pizza hatten, nahmen wir den Umweg in Kauf.  Wie großartig so eine Pizza oder ein Apfel schmeckt, wenn man sich mehrere Tage außerhalb der Zivilisation bewegt. 

Zivilisation kostet aber Zeit. Als wir Treis – Karden verließen, war es 19 Uhr. Zwar hatten wir jetzt wieder richtig viel Pizza- Power um die knackigen Anstiege des Moselsteigs zu meistern. Allerdings war es nicht mehr so lange hell. Jetzt galt es, zeitnah einen passenden Schlafplatz zu finden. Meine beiden Mitwanderinnen liebäugelten wieder mit der nächsten Schutzhütte am Wegesrand.  Die hatte allerdings eher etwas von Bushaltestellen- Romantik und war viel zu klein für uns. Nina & Henriette wirkten durch diese Erkenntnis sichtlich frustriert. Wir mussten also weiter laufen, obwohl es schon 19:30 Uhr durch war. Meine Hoffnung war jetzt der Martberg. Nach meinen bisherigen Erfahrungen mit den Landschaften am Moselsteig gibt es oft kleine Eichenwaldplateaus zum Biwakieren. Und tatsächlich – nach einem steilen Serpentinen- Aufstieg schloss sich am oberen Ende den Anstiegs ein kleiner Eichenwald an. Der war eben, trocken und grandios, um Sonnenuntergänge und Sonnenaufgänge in einer ganz besonderen Atmosphäre zu genießen. 

Innerhalb von 15 Minuten hatte ich beide Tarps aufgestellt. Nina & Henriette waren jetzt auch davon überzeugt, dass die Tarp- Biwaks diesmal die bessere Übernachtungsvariante darstellten. Einmal in den Schlafsack geschlüpft, waren die beiden da auch an diesem Tag nicht mehr heraus zu bekommen. Ich hatte den Martberg im Mondschein also ganz für mich.

 

 

 

Im Mondlicht wirkt das Elbsandsteingebirge ganz magisch
3 Wanderinnen mit Rucksack stehen vor der Burg Eltz
Drei besondere Burgfräulein

Ein Hauch von Mittelmeer

Der Sonnenaufgang auf dem Martberg am nächsten Morgen war in dem Eichenwald unbeschreiblich schön. Ganz ohne Wecker, nur durch das Wachkitzeln der Sonnenstrahlen und das Zwitschern der Vögel geweckt zu werden. Das ist für mich eines der größten  Naturgeschenke, wahrer Luxus. 💚 Als Nina und Henriette wach wurden, war schon der erste Koawach gekocht. Auch die beiden genossen die Magie der Morgenstimmung. 

Der Martberg bot uns noch in kleine Exkursion in die keltische Siedlungskultur. Der Moselsteig auf dem Weg nach Cochem bot uns noch wunderschöne Aussichten zum Verweilen. Diese Aussichten  und den Sonnenuntergang abends mit einem lokalen Wein zu genießen, das ist ein ganz besonderer Moment und ein echtes Geschenk dieser einzigartigen Moselregion. Cochem war der letzte größere Versorgungsort auf unserer Moseltour. Danach ging es weiter auf einem mediterran anmutenden Abschnitt des Moselsteigs. Hier hätten wir locker mitten am Tag in einer Schutzhütte versacken können. Der Weg erinnerte uns an der Stelle so sehr an mediterrane Landschaften. Überall flitzten Eidechsen an uns vorbei. Toskana oder Moselsteig? Egal, beides einzigartig schön!

Die Wanderin sitzt auf einem Aussichtsplateau und genießt die Sonne. Im Vordergrund stehen 2 Flaschen Moselwein auf einem Holztisch.
Und dann muss man sich auch noch Zeit nehmen, einfach zu genießen

unvergessliche Momente im Eichenwald

Jenseits von Cochem wurde es auf der anderen Rheinseite richtig warm. Die Sonne brannte gnadenlos in die Weinhänge. Steilhanglage und die Qualität daraus hat eben einen ziemlich heißen Preis. Das war nach dem langen Winter wirklich ungewohnt, für Jede von uns. Wir beschlossen deshalb , die letzte Etappe etwas zu kürzen. Statt bis zum nächsten Bahnhof zu laufen suchten wir uns schon am späten Nachmittag einen schönen, ungestörten Platz abseits des Weges im Eichenwald.

Da natürlich gerade am letzten Abend der erstklassige Moselwein nicht fehlen durfte, machte ich mich  noch einmal auf den Weg mit leichtem Gepäck. Der nächste Ort mit dem schrägen Namen „Bruttig-Fankel“ war nur etwa 300 Höhenmeter  tiefer und 1,5 km weiter, wenn ich den direkten Kletterpfad durch den Weinberg wählte. Der Kletterpfad war tatsächlich auch ein echter Hochgenuss bergab. Hier war die Natur schon richtig aufgeblüht nach dem langen Winter.

Unten im Ort angekommen klingelte ich bei einer Winzerfamilie. Ich bekam geöffnet und durfte sogar den Innenhof betreten. Begrüßt wurde ich sofort von zwei sehr herzigen Hofhunden. 😻 Ok, für so viel Charme kaufte ich sogar zwei verschiedene Weine der Winzerfamilie. Die musste ich jetzt nur den ganzen Kletterpfad mit Steilhanglage und Sonnenseite hochtragen. Earn your wine with a view 😅

Der Wein schmeckte dann auch hervorragend an unserem Biwakplatz mit Blick auf den orangeroten Sonnenuntergang. Was für eine intensive Wander- und Naturzeit mit vielen besonderen Begegnungen wir in den letzten 5 Tagen und Nächten erlebt hatten! Atemberaubende Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge, einen Trailangel, wunderschöne Aussichten und viele besondere Momente. Momente, die eben nur unterwegs beim Trekking passieren können. Denn beim Gehen nehmen wir viel mehr wahr. Nina und Henriette hatten sich ganz natürlich an den Rucksack und das Unterwegssein gewöhnt. Auch wenn es herausfordernde Momente gab, waren die Genussmomente umso intensiver. 

Insbesondere auf dem Moselsteig lassen sich sportliche Herausforderung, Naturverbindung und kulinarischer (Wein)genuss  wunderbar kombinieren.

Die nächste Moselsteigtour steht schon in den Startlöchern und startet direkt mit dem steilsten Weinberg Europas, dem Calmont. Für Kurzentschlossene ist noch ein Platz am kommenden Wochenende vom 11. – 14. Juni 2021 zu haben. Startort ist in Ediger – Eller am Freitag um 16 Uhr. Für längerfristige Tourplanungen meldet euch einfach per Nachricht , Social Media – messenger oder über das Registrierungsformular.

NEVER STOP EXPLORING!!!

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1 Kommentar zu „Die 3 Wanderinnen – Trekkingurlaub auf dem Moselsteig“

  1. Das macht wirklich Lust! Ich möchte Dieses jahr den schluchtensteig im Schwarzwald gehen.

    Zwei Fragen, ist das übernachten in Schutzhütte in Deutschland erlaubt? Und kannst du mir als Kreuzgeschädigter einen tip für eine trekkingtaugliche Unterlage geben? Das ist mein einziges Manko. LG Marion

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Iwi, Gründerin von Roaming for Roots, ist eine passionierte Naturliebhaberin. Sie liebt es, Outdoor unterwegs zu sein und ihre Mitmenschen für das einfache Draußensein zu begeistern und sie dahin zu begleiten.

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