Wildniswandern im Elbsandsteingebirge – eine ganz besondere RAuszeit

Ausblick von den Schrammsteinen
Das Elbsandsteingebirge ist einzigartig und ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Die einzigartigen Felsformationen bieten uns ganz besondere Möglichkeiten um in der Natur wieder bei uns anzukommen. Mehrtages- Wildnistouren oder ein Wochenende im Elbsandstein unterm Sternenhimmel. RAuszeit - Varianten gibt es zu jeder Jahreszeit. Einfach mit rauskommen und in der Natur runterkommen.

Einfach Draussen sein

Über Nacht draußen in der Natur bleiben. Das kann wie nach Hause kommen sein. Im Elbsandsteingebirge bekomme ich dieses Gefühl von nach Hause kommen, obwohl es jedes Mal anders ist und es immer etwas Neues zu entdecken gibt. Oder eben gerade deswegen. Im vergangenen Jahr , zwischen Mai und November, durfte ich 7 Wildniswandertouren durch das Elbsandsteingebirge begleiten. Jede Einzelne davon war besonders und ganz unterschiedlich. Das liegt zum einen an der Vielseitigkeit der Sächsischen Schweiz. Allein im Nationalpark und linksseitig  der Elbe im Landschaftsschutzgebiet haben die Felsen ganz unterschiedlichen Charakter.  Die Jahreszeiten gestalten die Wildniswandertouren erheblich mit. Aber auch die Präferenzen meiner jeweiligen Begleitung ist sehr ausschlaggebend für die Gestaltung der wilden Touren. Ich möchte kein immergleiches Schema durchziehen, weshalb es auch keine feste Route gibt. Der Weg entsteht im Gehen und für Naturverbindung braucht es Raum. 

Kurz vor dem Sonnenaufgang auf dem Gipfel "Hohe Liebe" 💚
Atemberaubende Ausblicke gibt es auf beiden Elbseiten 🌄

Von der Sonne wachgekitzelt 🌞 & schlafen mit Mond- und Sterneblick 🌕

Das Besondere im Elbsandsteingebirge sind die einzigartigen Felsformationen mit ihren kleinen und großen Fugen- und Schichthöhlen.  Einige von diesen Sandsteinhöhlen sind eher wie offene 1 bis 2-Zimmer- Wohnungen. Draußen eben, sogar mit Dach und edlem Terrassenblick. Diese „Draußenwohnungen“ wurden schon im Mittelalter genutzt, zum Beispiel das „Hintere Raubschloss“ oder die „Idagrotte“. Spätestens seitdem die Sport – Kletternden in den 1950er- Jahren das Elbsandsteingebirge für sich entdeckt haben, gibt es einen offiziellen Begriff für die natürlichen Biwakplätze. Die „BOOFE“ – gibt es original nur in der Sächsischen Schweiz. Wenn dir jemand erzählt, dass er „boofen gehen will“, meint das Übernachten in den ausgewiesenen Felshöhlen des Elbsandsteingebirges. Die Boofen gibt es überall im Elbsandsteingebirge in allen Größen und Formen. Im Nationalpark gibt es 58 offiziell ausgewiesene Freiübernachtungsstellen. Der Zugang zu den „Naturwohnungen“ ist auch recht unterschiedlich. Manche sind leicht zugänglich, viele gut versteckt und einige sind sogar nur mit Kletterequipment zu erreichen. Zusätzlich dazu gibt es noch anmeldepflichtige Biwakplätze, teilweise mit Komposttoilette und Feuerstelle.

Für jede Tour suche ich die Übernachtungsstellen individuell aus. Ganz entscheidend sind dabei auch der Mond- und der Sonnenstand. Es ist schwer in Worte zu fassen, wie besonders diese Momente sind, wenn man abends im silbrigen Mondschein noch einen warmen Tee am Schlafplatz bei guten Gesprächen genießt  oder  sich einfach von der Stille der Nacht umhüllen lässt. Ebenso unvergesslich ist es, morgens noch im Schlafsack liegend dem Sonnenaufgang entgegen zu blinzeln und langsam mit dem Tag aufzuwachen.🌄

Forststeig, Malerweg und ganz viel dazwischen 💚

Im Elbsandsteingebirge verlaufen 2 größere Wanderrouten. Der Malerweg verläuft beidseitig der Elbe. Der noch junge  Forststeig schlängelt sich ausschließlich linksseitig der Elbe durch die Landschaft . Beide Wege sind gut markiert und zwischen Frühling und Herbst stark frequentiert. Es gibt allerdings noch so viele weitere,  schmalere Wege. Besondere Plätze und historische Winkel sind überall zu entdecken. Mir ist es ganz wichtig, jenseits der Touristenströme unterwegs zu sein. Die tierischen Elbsandsteinbewohner gilt es auch zu bedenken.  Immerhin betreten wir ihr Wohnzimmer.  Da lohnt es sich erfahrungsgemäß auch , etwas „Miete“ bereit zu halten. Wer draußen übernachten will , sollte den heimischen Waldmäusen ein Stückchen Käse oder ein anderes verträgliches Nahrungsmittel irgendwo abseits des Schlafplatzes bereit legen. Sonst bekommt man nachts kein Auge zu. In der Stille der Elbsandsteinnacht kann eine kleine Maus  gefühlt den Lärm eines Elefanten verursachen. In der lauschigen Julinacht einer Wandertour ging das sogar soweit, dass sich ein ebenso im Schlaf gestörter Vogel lauthals über die nach Nahrung suchende , raschelnde Maus lauthals beschwerte. Eine Kettenreaktion! 🐭  Abseits der großen Wanderwege gibt es  im Sommer auch ein schier unerschöpfliches Meer an Heidelbeeren. Die kann man sich direkt in die Frühstücksschüssel pflücken. Auch Wildkräuter gibt es zwischen März und November reichlich als „Vitamine to go“  und zum Veredeln des Abendessens ☘  Das Schöne am Elbsandsteingebirge ist, dass der Weg in die natürliche Abgeschiedenheit mit atemberaubenden Ausblicken nicht weit ist. Von der puren Wildnistour ohne Zivilisationskontakt bis zur gemütlicheren  Wildniswandertour mit diversen Einkehrmöglichkeiten ist alles möglich.

Im Mondlicht wirkt das Elbsandsteingebirge ganz magisch
Die Buchen fühlen sich wohl im Elbsandstein

Wertschätzung für die Einfachheit & Schönheit der Natur

Das Elbsandsteingebirge wirkt mit seinen Felsformationen , Wurzelgeflechten , Höhlen und Aussichtspunkten wie eine andere Welt.  Beim Durchwandern kann man viel staunen und entdecken. Die Pflanzen und Tieren haben sich hier ihre besondere Nische geschaffen. Die Elbsandsteinformationen sind besonders , einzigartig und filigran. Was früher der Grund eines Urmeers war, wurde vom Zusammenspiel der Elbe und der erloschenen Vulkane mit geformt. Umso wichtiger ist es mir, die Touren möglichst achtsam zu gestalten. Das geht sehr gut zusammen. Unterwegs in der Natur zu sein erzeugt auch viel mehr Verständnis für die Zusammenhänge. Sämtlicher anfallender und manchmal auch der Müll anderer wird natürlich wieder mitgenommen und auch die Brutzeiten der Vögel haben natürlich Priorität. Echtes Naturverständnis entsteht insbesondere, wenn wir uns selbst wieder mehr in der Natur aufhalten, auch über Nacht. Wo geht die Sonne auf und wo der Mond? Welche Vögel zwitschern hier gerade um mich herum? Wie verhalte ich mich gegenüber Wildtieren? Welche Wildpflanzen kann ich essen und wie erkenne ich die? Welche Pilze kann ich ganz sicher essen? Was sind eigentlich Baumperlen? Und überhaupt, wie genau ist dieses Elbsandsteingebirge entstanden und was ist hier alles schon Spannendes passiert in der Vergangenheit?

Es gibt immer Neues zu entdecken zwischen den Felsformationen des Elbsandsteins. Vom ehemaligen Geheimpfaden und Verstecken über alte Raubschlösser und Aussichtspunkten von berühmten Malern bis zu den einzigartigen Felshöhlen mit ihren verwunschenen alten Buchen. Die Einfachheit und Schönheit der Natur genießen und den Kopf ausmachen. Und nebenbei noch fit bleiben und in Bewegung sein. Das gelingt im Elbsandsteingebirge richtig gut und und unkompliziert. Der Stress und das Tempo des Alltags fällt direkt ab.  Dieses Gefühl der Entspannung, wie wenn sich ein Schleier lüftet, entsteht bereits beim Eintreten in den Elbsandstein- Wald💚  .

Kommt mit und probiert es aus! Der Weg entsteht im Gehen. 🐾

Und dann muss man sich auch noch Zeit nehmen, einfach zu genießen

Beitrag teilen:

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Roaming4roots

Roaming4roots

Iwi, Gründerin von Roaming for Roots, ist eine passionierte Naturliebhaberin. Sie liebt es, Outdoor unterwegs zu sein und ihre Mitmenschen für das einfache Draußensein zu begeistern und sie dahin zu begleiten.

Du möchtest mit auf Tour gehen?
Prima, dann nimm dir kurz Zeit und beantworte die Fragen im Formular. Ich werde mich umgehend bei dir melden. 

Scroll to Top
Consent Management Platform von Real Cookie Banner